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Sehenswürdigkeiten in Armenien






     
  Abowjan Strasse
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Artsakh

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Sanahin
Sanahin, Brücke
Sardarapat
Selim, Karawanserei
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Sewanawank, Kirche
Spitakawor
Stepanakert
Skt. Nschan
Schaki
Schengawit
Schikahogh
Schuschi

Thalin
Tatew
Tigranakert
Tormak
Tsakhkadzor

”Vernissage”

Ughtasar

Zwartnots
 
     


Abowjanstrasse in Jerewan



Die mondäne Abowjanstrasse hat auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Republik Armenien 1991 nichts von ihrem pulsierenden Leben verloren. Unzählige Geschäfte und Restaurants öffnen sich vor dem gemächlich dahinschlendernden Flaneur. Diese Strasse, eine der ältesten in Jerewan, verbindet den Platz der Republik im Süden mit dem Abowjan-Kreisel im Norden. Auf ihm erhebt sich die Statue Khatchatur Abowjans, des Begründers der modernen armenischen Literatur. In seiner unmittelbaren Nähe steht die Statue Charles Aznavours, des berühmten Chansonniers, der heute auch als armenischer Botschafter in der Schweiz tätig ist.

Eine neue Fussgängerzone, die Nordavenue, ist seit 2008 die Verbindungsstrasse zur Oper und mündet auf den Platz der Republik.
        
Anapat - Lastiwer



Die Höhlen im malerischen Tal des Flusses Khatschaghbjur, in der Provinz Tawusch, zeugen von ersten architektonischen Versuchen der Menschheit: stümperhaft und doch kraftvoll. Das «Kleine Anapat », in einem üppigen, dschungelgleichen Wald gelegen, birgt beides: sowohl natürliche, als auch seit der grauen Vorzeit bis zum Mittelalter von Menschenhand ausgehöhlte Grotten. So finden wir etwa eine Höhle, die im Mesolithikum in Form eines Halbkreises ins Felsgestein eingelassen wurde. Jünger sind die Höhlen von Lastiwer, 3 km vom Dorf Yenogawan entfernt, deren Wände Inschriften aus dem 13.-14. Jh. aufweisen.

Diese Grotten überragen die rauschenden Wasserfälle des Flusses Khatschaghbjur, in deren kühlem Wasser sich Besucher während der langen, heissen Sommertage erfrischen können.

Vor einigen Jahren haben zwei Brüder ein Waldlager angelegt, das heute Besucher gastlich empfängt. Inmitten einer ursprünglichen Natur kann man hier ausspannen und Kraft tanken.

Amaras



Amaras ist ein armenisches Kloster in Berg-Karabach (armenisch: Artsach), das im 4. Jh. von Gregor dem Erleuchter gegründet wurde. Zu Beginn des 5. Jh. hat Mesrop Maschtots, der Erfinder des armenischen Alphabets (405), die erste Schule in Artsach auf die Beine gestellt. Den Verdiensten dieser Schule ist zu verdanken, dass das Kloster trotz einiger verheerender feindlicher Angriffe über Jahrhunderte hinweg ein kulturelles und geistiges Zentrum mit ungewöhnlicher Ausstrahlungskraft geblieben ist.

Im 15. und 16. Jh. wurden unzählige Handschriften in Amaras angefertigt. Im 19. Jh. galt das Kloster als uneinnehmbare Festung. 1858 wurde es von den Armeniern von Schuschi restauriert. Nach der Machtergreifung der Sowjets wurde das Kloster aufgegeben. Erst 1992 öffnete es wieder seine gastlichen Tore.
Ara Ler (Aras Berg)



Aras Berg ist in zwei Provinzen zugleich - Kotaik und Aragatsotn - beheimatet. Kegelförmig erhebt er sich bis zu einer Höhe von 2585 m ü.d.M. Dieser Berg vulkanischen Ursprungs ist ungefähr 10 Millionen Jahre alt. Laut einer armenischen Sage wurde er nach Ara dem Schönen benannt, der in einem seiner Täler den Tod fand. Dort erhebt sich auch Tsaghkevank: das Kloster der Blumen.

Bemerkenswert ist auch die von der Natur hervorgebrachte Artenvielfalt auf den Hängen von Aras Berg: 20% der armenischen Flora und Fauna können hier entdeckt werden.
Aragats



Der Aragats auf dem armenischen Hochland im Nord-Westen Armeniens gehört zur Gebirgskette des Kleinen Kaukasus. Mit seinen 4095 Höhenmetern finden wir hier den höchsten Punkt Armeniens. Einst war der Aragats wohl der größte Vulkan der Welt, der nun schon seit dem Ende des Pleistozäns nicht mehr aktiv ist. Er ragt wie ein gewaltiger Kegel in den Himmel. Vier Gipfel bilden den Vulkankrater: der Ostgipfel (4095 m), der Südgipfel (3879 m), der Westgipfel (4080 m) und der Nordgipfel (4095 m). Sein Krater ist 400 m tief, sein Durchmesser beträgt 3 m.

Aufgrund seiner Höhe hat der Gipfel des Aragats nicht nur im Winter eine Schneehaube, sondern auch im Sommer. Auch mehrere Karstseen – Qari Litsch, Amberd See, Leasing See usw. – lassen sich auf ihm entdecken. Qari Litsch, der Steinsee, – der grösste unter ihnen – ist ein Süsswassersee, der sich auf 3250 m ü.d.M. befindet. Die Bergwiesen, die von bunten Blumen strotzen, die reine, glasklare Luft, in die sich die schneebedeckten Gipfel einzeichnen, verleihen dem Gesamtbild einen einmaligen herben Charme.
Ardvi Kirche (10. Jh.) und die heilige Quellen


Amberd – die Festung mit ihren Bädern und ihrer Kirche (11. – 13. Jh.)



Amberd erhebt sich als uneinnehmbare Festung auf hohem Fels: ein Wahrzeichen des mittelalterlichen Armenien aus dem 11.-13. Jh. Das fürstliche Schloss ist ein Gebäude mit zwei Stockwerken, das über eine breite Prachttreppe verfügt und von trutzigen, mit Türmen bewehrten Mauern umgeben ist. Die Thermen, die im 13. Jh. angefügt wurden, befinden sich ausserhalb des Schlosses.

Die in unmittelbarer Nähe befindliche Kirche aus Tuffstein wurde im Jahr 1026 von dem Fürsten Vahram Pahlavuni errichtet. Die Kirche gehört zum Typus des „kuppelüberwölbten Saals“. Die äussere Architektur ist schlicht und ausdrucksstark. Die Kuppel hat die Form eines halb geöffneten Regenschirms.
Der Berg Ararat



Der Berg Ararat ist das historische Zentrum Armeniens. Er befindet sich jedoch heute jenseits der Grenze: in der Türkei. Der Ararat ist eigentlich der höchste Berg der Welt, wenn man seine Höhe nicht vom Meeresspiegel aus misst, sondern von der Ebene, die er überragt. In der Bibel, und zwar im Buch Genesis 8:4, wird der Berg mit dem Ort gleichgesetzt, an dem Noahs Arche nach der Sintflut landete. „Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat.“

In Armenien wird der Ararat auch Masis (Մասիս) genannt – ein Name, der an den Berg Maschu aus dem Gilgamesch-Epos erinnert (Tafel 9). Obwohl der Ararat heute in der Türkei liegt, ist er das nationale Symbol Armeniens und erscheint daher auf dem Wappen des Landes und wird auch häufig von den armenischen Künstlern dargestellt.
Das Dorf Areni und die Kirche (14. Jh.)



Areni ist ein bezauberndes Weinbaudorf und zugleich der Name eines von Kennern geschätzten Rotweins, der hier gekeltert wird. Wasser, fruchtbare Erde und fleissige Hände sorgen hier alljährlich für eine reiche Ernte.

Die Mutter-Gottes-Kirche (1321) – ein kleines Gebäude in traditioneller Kreuzform, das auf einer Anhöhe über dem Dorf aufragt – wurde vom Architekten Momik gebaut. Rund um die Kirche hat man im Mittelalter zahlreiche Grabplatten in den Boden eingelassen.
Das Kloster von Arutj (7. Jh.)



Seine Blütezeit erlebte Arutj während der Herrschaft des Prinzen Grigor Mamikonian (661-685): damals war es administratives und militärisches Zentrum Armeniens. Aus dieser Zeit stammen auch die bedeutendsten Bauwerke von Arutj: die Kathedrale des Heiligen Gregor und der Fürstenpalast. Sie gehören überdies zu den bekanntesten Wahrzeichen der frühmittelalterlichen armenischen Architektur.

Vom 9. bis zu Beginn des 13. Jh. erfuhr Arutj einen zweiten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Ermöglicht wurde er durch die günstige Lage der Stadt an der Handelsstrasse, die von Tabris (Iran) über die Araratebene und das Hochland von Schirak bis zum Schwarzen Meer führte. Erst der Mongoleneinfall sollte dieser Blütezeit ein jähes Ende bereiten.
Artsach oder Berg-Karabach



Berg-Karabach (mit seinem ursprünglichen Namen „Artsach“) befindet sich in den östlichen und südöstlichen Bergregionen des Kleinen Kaukasus, der Armeniens nordöstlichem Gebirgszug entspricht. Das Gebiet erstreckt sich von den Bergen im Osten des Sewansees bis zum Fluss Arax. Jede historische Epoche versah Berg-Karabach mit einem neuen Namen, deren bunte Kette fast Verwirrung stiften könnte: Utik, Orchistene, Artsach, Tsavdek, Chatschen und Karabach.

In der Mitte des 1. Jh. vor unserer Zeitrechnung wurde Armenien zum mächtigsten Staat in diesem Teil Asiens. Der armenische König Tigran der Grosse richtete sein besonderes Augenmerk auf Artsach und baute dort die Stadt Tigranakert. Es war eine der vier Städte, die seinen Namen trugen. Ruinen der Stadt – mächtige Steinquader – sind noch in der Nähe der heutigen Stadt Agdam zu sehen. Grabhügel, in Stein gemeisselte Skulpturen und sakrale Inschriften auf den umliegenden Felsen sind bis heute erhalten geblieben.

Zu Beginn des 4. Jh. n. Chr. verbreitete sich das Christentum in Artsach. Die Erfindung des armenischen Alphabets führte sowohl in Armenien als auch in Artsach zu einenm noch nie dagewesenen Aufschwung der Kultur. Nicht umsonst gründete Mesrop Machtots die erste armenische Schule im Kloster von Amaras in Artsach. Im 5. Jh. befand sich der östliche Teil Armeniens samt Artsach unter persischer Fremdherrschaft. Im Jahre 451 kam es zum blutigen Aufstand der armenischen Bevölkerung, der als „Krieg der Vartanants“ in die Geschichte einging. Gerichtet war er gegen die persische Bekehrungspolitik, die den Armeniern den Zoroastrismus (Zarathustrismus) aufnötigen wollte.

Im 7.- 8. Jh. entwickelte sich in Artsach eine unverwechselbare Kultur christlichen Gepräges. Zu dieser Zeit wurden die Klöster von Amaras, Orek, Djvichrik und andere zu mächtigen Bollwerken des Glaubens und des Geistes ausgebaut.
Ende des 12. Jh. und während der ersten Hälfte des 13. Jh. war für Artsach eine Periode des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs. Damals wurden architektonische Grossbauten wie das Kloster des Hovhannes Mkrtitch (Johannes der Täufer), die Säulenhalle des Klosters von Gandzasar (1216-1260), die Kathedrale des Klosters Dadivank (1214) und die Kathedrale von Gtschavank (1241-1248) errichtet. All diese Kirchen werden noch heute als Meisterwerke der armenischen Baukunst bewundert.

Die Jahre 1918-1920 gehören zu den traumatischsten Zeiten in der Geschichte der Armenier von Berg-Karabach. In dieser Zeit wurde die Gegend von Artsach zum Zankapfel zwischen Armeniern und Aserbaidschanern.
Die Zitadelle von Bdjni und die Kirche (10. Jh.)



Seit der Bronzezeit lassen sich in dieser Gegend menschliche Spuren nachweisen, aber die Existenz von Bdjni selbst ist erst ab dem 5. Jh. glaubwürdig bezeugt. Das Dorf erlebt seinen Aufschwung ab der zweiten Hälfte des 10. Jh., als es von den Bagratiden als Lehen an die Pahlavuni übergeben wurde. Vasak Pahlavuni baute die ehemalige Zitadelle wieder auf, richtete dort seinen Wohnsitz ein und gründete einen Bischofssitz. Sein Sohn Grigor liess die Mutter-Gottes-Kirche errichten.

Nach den byzantinischen und türkischen Verheerungen (11.-12. Jh.) kommt es in Bdjni zu einer zweiten wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit. Im 13. Jh. wird der Siedlung das Stadtrecht zuerkannt.

Das hier sprudelnde Mineralwasser wird vor Ort in Flaschen abgefüllt und im ganzen Land verkauft.
Der Wasserfall Schaki



Auf der Hochebene in der Nähe der Stadt Sissian, inmitten einer ungewöhnlichen Vegetation, befindet sich der höchste Wasserfall Armeniens: Schaki. Das Wasser stürzt von einer Höhe von etwa 40m in die Tiefe. Vor allem aber beeindruckt dieser Wasserfall durch seine Breite! Er bietet ein grandioses Naturschauspiel.

Schengavit



Schengavit ist ein seit Menschengedenken besiedeltes Dorf, von dessen Alter die hier zu Tage beförderten bronzezeitliche Funde ein beredtes Zeugnis ablegen. Heute zählt der Ort zu den berühmtesten Ausgrabungsstätten Armeniens. Archäologen entdeckten Befestigungsmauern aus unbehauenem Stein, die die Siedlung einst umgeben haben müssen, und einen unterirdischen mit Steinplatten ausgelegten Gang, der zum Fluss Hrazdan führt. Es gilt als gesicherte Erkenntnis, dass diese Stätte während vier verschiedener Perioden besiedelt war, die vom 4. bis zum Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausend einander ablösten.

Scherben von Schalen, Krügen und anderen Behältern wurden im Laufe der archäologischen Ausgrabungen ans Tageslicht befördert. Die Entdeckung von beinernen Werkzeugen – Nadeln, Spinnrocken, Pfeilspitzen – lässt darauf schließen, dass Viehzucht und Spinnen in dieser Gegend in hohem Grade entwickelt waren. Diese Fundstücke sind in der Nähe der Ausgrabungsstätte im kleinen Museum von Schengavit ausgestellt.

Schuschi (in Artsach)



Die Stadt Schuschi befindet sich auf einer Hochebene im Herzen Artsachs, zehn Kilometer von der Hauptstadt Stepanakert entfernt. Dank ihrer geographischen Lage hat diese Hochebene schon immer eine wichtige strategische Rolle gespielt. Schuschi entwickelte sich zusehends und wurde im 19. Jh. eines der intellektuellen Zentren im Kaukasus. Unzählige politische Denker und die kulturelle Elite der kaukasischen Armenier wurden hier ausgebildet.

Die prächtige Erlöser-Kathedrale (1868-1887) beherrscht den Hauptplatz der Stadt. Bei ihrem Bau hat man die Kathedrale Etschmiadzin zum Vorbild genommen (den Grundriss bildet das Kreuz mit vier vorspringenden Apsiden). Sie ist eine der grössten Kirchen Armeniens.


Dendropark (Botanischer Garten) in Stepanawan


Dilidjan – „ Die armenische Schweiz“



Verlässt man den Sewan-See Richtung Norden und überquert man den Sewan-Pass (2114m ü. d. M.) oder – dies ist noch eindrucksvoller – fährt man auf der Nationalstrasse durch den Tunnel, befindet man sich plötzlich zwischen reich bewaldeten Berghängen. Der Kontrast könnte kaum größer sein! Zunächst die karge, staubige, ockerfarbene Landschaft und jetzt der üppige, grüne Wald. Die Strasse schlängelt sich durch dicht belaubte Bäume und satte Weiden nach Dilidjan.

Dilidjan ist bekannt für seine reine Luft und sein Mineralwasser. Seine traditionellen Häuser, die Jugendlager, die Chalets mit ihren geschnitzten Holzgiebeln und ihren grossen Glasveranden machen den Aufenthalt der Touristen sehr angenehm.
Edschmiadzin – der „Armenische Vatikan"



Edschmiadzin – bis 1945 Wagharschapat genannt – wurde im 3. Jh. v. Chr. auf den Ruinen einer urartäischen Siedlung errichtet. In der zweiten Hälfte des 2. Jh. wurde der Ort zur Hauptstadt des Königreichs ausgebaut. Aber erst im 4. Jh., nachdem das Christentum zur Staatsreligion (301) erklärt worden war, kommt die Stadt zu Ruhm und Ansehen. Wagharschapat wird zum religiösen Zentrum des Landes und man beginnt mit dem Bau der Kathedrale.

Die Kathedrale Surb (Sankt) Edschmiadzin wurde zwischen 301 und 303 durch den armenischen König Tiridat III. und den Heiligen Grigor Lusaworitch (Gregor der Erleuchter) gebaut. Heute ist Edschmiadzin Sitz des armenischen Katholikos.

Sonntag und an kirchlichen Feiertagen zieht es viele Menschen in die Kathedrale von Etschmiadsin, wo sie in der Kommunion das Brot des Herrn (nschcharh) empfangen.

Alle sieben Jahre wird in Etschmiadsin aus Olivenöl und dem Extrakt von 40 Blumensorten Salböl gekocht und geweiht. Die Zubereitung des bei der Taufe und der Preisterweite verwendeten Myron gehört zu den höchsten Ferien der armenischen Christenheit.
Jerewan, die Hauptstadt Armeniens



Jerewan ist eine der ältesten Städte der Welt. Eine auf Befehl des Königs Argischti I. im Jahre 782 v. Chr. in Stein gravierte Inschrift weist darauf hin, dass er diese Festung bauen liess und ihr den Namen Erebuni gab. Nach einigen Forschern leitet sich das Toponym Jerewan von dieser Festungsbezeichnung ab. Die Hauptstadt der armenischen Republik hat heute 1,2 Millionen Einwohner und ist die grösste Stadt Armeniens.

Der Stadtplaner Tamanian hat die ganze Stadt von Grund auf neu gestaltet. Die Einzigartigkeit der Bauwerke beruht auf den vielfältigen Rosa- und Ockertönen des Tuffsteins, mit dem die Fassaden verkleidet sind. Die Motive, die sie zieren, stammen von mittelalterlichen Vorlagen. Eine der Besonderheiten der Stadt sind die unzähligen Springbrunnen in den Grünanlagen. Die Stadt ist auf einer Höhe zwischen 950 und 1200 m erbaut und steigt gleichsam in riesigen Stufen bis an den Rand der tiefen Schlucht des Hrazdan-Flusses hinab.

Armenien hat den Ruf, Gäste herzlich aufzunehmen, und dies gilt in besonderer Weise für die Stadt Jerewan, die alle Vorteile und Annehmlichkeiten einer Hauptstadt bietet. Jerewan ist eine Stadt der Gegensätze: sie ist auf 5 Hügeln erbaut, breite Alleen durchziehen sie, imposante Bauwerke türmen sich auf, Parks umgeben sie wie ein grüner Gürtel – doch tut man ein, zwei Schritte in eine zufällig sich öffnende Nebenstrasse, wähnt man sich plötzlich inmitten einer dörflichen Idylle, prächtige Rosensträucher stehen vor kleinen Häusern, Wein umrankt die Fenster, Menschen sitzen auf einer Bank vor dem Tor und plaudern genüsslich, ohne Hast.

Die Farben der Stadt beginnen zu leuchten, wenn die Sonne über die schneebedeckten Gipfel des Berges Ararat im Westen der Stadt aufsteigt.

Das Stadtzentrum ist sehr angenehm, man findet alle Bequemlichkeiten: Märkte, Läden, hervorragende Restaurants, Kunstgalerien, Nachtclubs, Konzerthallen, Museen, Kinos….

Webcams in Jerewan >>>
Das Kloster Gandzasar (13. Jh.) in Artsach



Das Kloster wurde 1216 vom Prinzen Hasan Djalalian, dem Schutzherrn des Klosters, gegründet. Es war seit dem Mittelalter Sitz des Katholikos von Aghovanien. Obwohl sie offiziell dem Heiligen Stuhl von Etschmiadzin angeschlossen ist, hatte die Kirche von Artsach schon immer eine gewisse Autonomie und spielte eine beachtliche Rolle im intellektuellen Leben der Region.

Noch vor der Errichtung der Hauptkirche, die dem heiligen Johannes geweiht ist, wurde im Jahre 1238 ein Narthex (Vorhalle) gebaut. Der Sitz des Katholikos von Aghovanien hat lange ein wichtiges Skriptorium Armeniens beherbergt.
Garni – «die Akropolis Armeniens» (1. Jh.)



Das Städtchen breitet sich auf dem rechten Ufer des Flusses Azat aus. Diese Gegend ist seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. bewohnt. Inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft erhebt sich der Tempel von Garni. Er diente den Herrschern als Sommerresidenz. Aufgrund der schlichten Eleganz seines Schnitzwerks ist dieser ionische Säulentempel ein beredtes Zeugnis der hellenistischen Baukunst in Armenien.

Der heidnische Tempel von Garni ist in der Tat das einzige hellenistische Monument auf dem Gebiet Armeniens. Der Tempel, die Stadtmauer und weitere Monumente, die sich in der Umgebung befinden, wurden durch den König Tiridat I. (77 n. Chr.) gebaut. Er war Mithras, dem Sonnengott, geweiht - einer iranischen Gottheit, die auch im vorchristlichen Armenien unter dem Namen Mher verehrt wurde – und bekam deshalb den Namen „Sonnen-Tempel“. Alle heidnischen Tempel hießen in Armenien mehjan – eine Ableitung von Mher.

Der Untergrund von Garni ist wie grosse Teile Armeniens vulkanisches Gestein. Mächtige Basaltpfeiler in der Azat-Schlucht bilden unterhalb des Sonnentempels gleichsam hängende Gärten.

Vor dem Tor, das zum Tempelkomplex führt, verkaufen Bäuerinnen verschiedene Leckerbissen: Sudjuch (auf Schnüren aufgereihte und mit Traubensaft übergossene Walnüsse), Kompott und Konfitüre, heilkräftige Kräutersäfte und Trockenfrüchte, aber auch Fuchs- und Dachspelze.
Sankt Gajane Kirche (7. Jh.)



Die Kirche wurde 630 an der Stelle einer kleinen Kapelle aus dem 4. Jh. gebaut. Sie beherbergt die Gruft der heiligen Gajane, der Oberin jener Ordensschwestern, die auf Befehl des Königs Tiridate IV., Ende des 3. Jh. ermordet wurden.

Die Gruft besteht heute noch noch unter dem Altar. Die Kirche gehört zu den dreischiffigen Kuppelbasiliken.
Gladzor, Tanahat Kirche (13. Jh.)



Gladzor
Das Kloster Gndewank (10. Jh.) und das Tal der grossen Orgeln



Die Strasse von Gndewank durchquert das Tal der grossen Orgeln. Eine Menge von grossartigen Basaltorgeln erstrecken sich mehrere Kilometer entlang der Felswand, die den Fluss Arpa überragt.

In dieser aussergewöhnlichen Umgebung, auf der Höhe des Flussufers des Arpa, befindet sich das Kloster Gndewank.

Die Sankt Stepanos Kirche, das wichtigste Bauwerk aus dem Jahre 936, ist eine Wiederaufnahme der kreuzförmigen armenischen Kirche mit zentraler Kuppel.
Goris (Region Sjunik)



Die kleine Stadt Goris befindet sich in der Region Zangezur in Südarmenien. Berühmt ist sie durch tausende in die Felsen gehauene Wohnsiedlungen. Im Mittelalter befand sich Goris an der Salz-Strasse, die Nachidschewan und den Zangezur mit Artzach (Karabach) und Zentralasien verbindet.

Die moderne Stadt entwickelte sich ab 1870 an dem rechten Ufer des gleichnamigen Flusses. Sie wurde ab 1885 die viertgrösste Stadt Ostarmeniens und besass den wichtigsten Markt der Region Zangezur.
Das Kloster Goschawank (12. Jh.)



Dies Kloster liegt im bewaldeten Tal des Dorfes Gosch in der Provinz Dilidschan. Das Kloster wurde im Jahr 1188 vom berühmten armenischen Gelehrten des Mittelalters Mechitar Gosch errichtet.

Das erste Gebäude, die Kirche der Jungfrau Maria, wurde im Jahr 1191 gebaut. Auf der Westseite des Heiligtums befindet sich ein Gavith (Beginn des 13. Jh.s), d.h. ein Kirchenvorraum. Dieser Gavith ist durch eine Säulengalerie mit einem weiteren Gebäude, dessen Erdgeschoss als Bibliothek (1241) diente, verbunden. Es wird vermutet, dass im ersten Stock der Glockenturm (1291) untergebracht war. Der Stil der kleinen "Surb Grigor"-Kirche, deren Bau im Jahre 1241 abgeschlossen wurde, ist demjenigen der Marienkirche sehr ähnlich. Nicht weit entfernt steht die kleine Kapelle des heiligen Gregors des Erleuchters.
Das Kloster Geghard (4. - 13. Jh.)



Das Felsenkloster Geghard ist ein Wahrzeichen der armenischen mittelalterlichen Architektur. Es ist ausserordentlich gut erhalten und steht am Eingang des Azat-Tales, am Fuss einer in wilder Schönheit aufragender Felstrümmerwand. Nach der Überlieferung ist Gregor der Erleuchter der Gründer des ursprünglichen, im 10. Jh. zerstören Klosters.

Der Wiederaufbau des Klosters wurde im 13. Jh. begonnen. Es erhielt den Namen „Heilige Lanze“ (Surb Geghard), da das Kloster eine der im Mittelalter verehrten Lanzen aufbewahrte, die man mit jener des römischen Soldaten Longinus gleichsetzte, die einst die Seite Christi durchbohrt hatte. Die Geghard-Reliquie befindet sich heute im Museum der Kathedrale Etschmiadzin. Eine andere – die wohl berühmteste – gehört zu den Reichskleinodien der römisch-deutschen Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und befindet sich heute in der Schatzkammer der Wiener Hofburg.
Gjumri und seine Altstadt



Gjumri befindet sich im Nordwesten Armeniens. Als Zentrum der Provinz Schirak ist Gjumri die zweitgrösste Stadt Armeniens (nach Jerewan). Gjumri war zuerst unter dem Namen Kumairi bekannt und entfaltete sich erst im 19. Jh. 1837 wurde die Stadt unter russisch-zaristischer Herrschaft in Alexandropol und 1924, während der sowjetischen Zeit, in Leninakan umbenannt.

Der griechisch-armenische Esoteriker Georges Gurdjeff, der im okzidentalen Kulturraum das Enneagramm verankerte, ist hier geboren.

Nach der Unabhängigkeit Armeniens im Jahr 1991, erhielt die Stadt den Namen Gjumri zurück. Gjumri ist weithin bekannt durch die Gastfreundschaft und den Humor ihrer Bewohner. Die Museen und auch das handwerkliche Leben bezaubern die Besucher immer wieder. Stark gelitten hat die Stadt unter dem furchtbaren Erdbeben von 1988.
Das Kloster Haghartsin (11. - 13. Jh.)



Hinter dem Sewansee öffnen sich nach einer Passüberquerung die grünen Täler in der Umgebung des Kurorts Dilidschan. Eine Perle unter den Klöstern der Gegend ist Haghartsin, das sich in einem versteckten Seitental befindet, umgeben von üppigen Buchenwäldern. Der Klosterkomplex besteht aus drei Kirchen, zwei Gaviths (Vorhallen), von denen eine zerstört ist, einem Speisesaal, einigen Kapellen und Khatchkars (Kreuzsteinen). Die Hauptkirche Surb Astvadzadzin, Heilige Gottesgebärerin, (1281) ist ein von einer Kuppel auf einem erhöhten Tambour (zylinderförmige Mauer) überwölbtes Gebäude. Der südliche Eingang ist mit dekorativen Friesen geschmückt.

Alle Mauern (ausser der westlichen) besitzen aussen zwei dreieckige Nischen. Das älteste Gebäude des Komplexes ist die Kirche des heiligen Grigor (11. Jh.) mit einer Kuppel auf dem achteckigen Tambour, gefolgt von der benachbarten Kirche mit der zweiten rechteckigen Vorhalle (12. Jh.). Die kleine Kirche des heiligen Stephanos (1244), ein Kapellenbau, ist ein schmuckes Bauwerk mit fein ausgearbeiteten Verzierungen.
Das Kloster Haghpat (10. Jh.)



Das befestigte Kloster Haghpat, oberhalb des gleichnamigen Dorfes ist eines der drei Bauwerke Armeniens, die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Das Kloster wurde etwa vierzig Jahre nach dem Bau des Klosters Sanahin errichtet. Unter den Bagratiden war es mit Sanahin eines der grössten geistlichen und kulturellen Zentren des Landes.

In seinem Film "Die Farbe des Granatapfels" erzählt Serjej Paradschanow in eindringlichen Bildern die Geschichte des Minnesängers Sajat Nowa, der im 18. Jh. im Kloster Haghpat Zuflucht fand.

Berühmt wurde das Kloster auch wegen seiner Bibliothek. Die wertvollen Buchbestände wurden in im Boden eingelassenen und mit Lehm versiegelten Nischen aufbewahrt.

Das Kloster Hawuts Tar (12. - 14. Jh.)



Das Kloster Hawuts Tar ist einige Kilometer vom Garni-Tempel entfernt. Es ist ein beeindruckendes Kloster, heute ein Ruinenfeld, und befindet sich in der Schlucht des Flusses Goght. Das Kloster ist zu Fuss erreichbar. Der Grossteil des Klosterkomplexes stammt aus dem 12. und 14. Jh. Am Anfang des 18. Jh.s wurde es durch den Katholikos Astvatsatur wieder aufgebaut, nachdem es durch das grosse Erdbeben von 1679 zerstört worden war.

Die mächtige Umfassungsmauer enthält einen reichen Schatz an Inschriften, Flachreliefs und Kammern mit gewölbter Decke.
Das Kloster von Hajriwank (9. - 13. Jh.)



Das Kloster Hajriwank befindet sich auf einem Felsvorsprung am Ufer des Sewansees. Die Zeiten überdauert haben nur die Kirche, der Gavith (Vorhalle) und der Friedhof. Die Kirche wurde nach dem Vorbild des Klosters von Sevan (Ende 9. Jh.) gebaut. Der später hinzugefügte Gavith hat eine sehr schöne zweifarbige Decke. Diese besteht aus im Schachbrettmuster verteilten schwarzen und roten Steinen und ist eine der ältesten dieser Art.

Bemerkenswert sind auch die in die Westfassade eingelassenen drei roten Khatchkars (Kreuzsteine).

Herher - Vajots Sar



In der südarmenischen Privinz Vayots Dsor verwandeln Bergketten, üppige Vegetation, Flüsse und Wasserfälle das Tal von Herher in ein grünes Paradies. Vom Gipfel «Vayots sar» (2581m), einem erloschenen Vulkan, bietet sich dem Betrachter eine einzigartige Landschaft, bedeckt von einem bunten Blumenteppich, einzelnen rötlichen und grauen Steinen und von Khatschkars (Kreuzsteinen). Nach einer viertelstündigen Wanderung im tiefen Vulkankrater entdeckt man die Ruinen einer kleinen Kapelle.

Südlich der Bergkette, in der Ferne, zeichnen sich die Ruinen des «armenischen Pompei» ab – Mozi, das 735 vom Vulkan gänzlich zerstört wurde.

In der Nähe von Herher befindet sich auch das Kloster Surb Sion (1655).

Hnewank (7. Jh.)


Horomajr Kirche (7. Jh.), Odzun


Das Kloster Howhanawank (4. Jh.)



Dieses Kloster liegt in der Provinz Aschtarak. Es steht am rechten Rand einer Schlucht, durch die der Fluss Kasakh fliesst und ist von mächtigen Mauern umgeben. Das Kloster des heiligen Johannes (Howhanawank), 4. Jh., ist ein Kleinod der armenischen Baukunst. Howhanawank wird nach dem Erdbeben von 1679 wiederholt restauriert und kennt somit auch einen zweiten Aufschwung.

Ein neues Erdbeben im Jahre 1918 hat die Trommel und die Südfassade der Kirche zerstört. Restaurierungsarbeiten sind im Gange.

Sankt Hripsime Kirche (7. Jh.)



Die Geschichte der Heiligen Hripsime wird gewöhnlich als entscheidende Episode in der Christianisierung Armeniens präsentiert. Hripsime soll die Enkelin oder Nichte der Gattin des römischen Kaisers Claudius gewesen sein. Die Legende erzählt, dass sie im römischen Frauenkonvent der Gaiane erzogen wurde, dann mit 70 weiteren Nonnen aus diesem Kloster geflüchtet sei, weil Kaiser Diokletian sie wegen ihrer Schönheit zur Frau haben wollte.

Sie fand schliesslich Zuflucht in Armenien. Und auch der armenische König Tiridate versuchte nun vergeblich, Hripsime zu seiner Frau zu machen. Die sich Weigernde erlitt gemeinsam mit ihren Gefährtinnen das Martyrium.
Kurz darauf bat der heilige Gregor, der gerufen wurde um den in ein Wildschwein verwandelten Herrscher zu pflegen, den König, er möge den Leichen der Heiligen ein kirchliches Begräbnis gewähren. Als Tiridate geheilt war, bekehrte er sich zum Christentum und das ganze Land mit ihm.

Die Kirche der Heiligen Hripsime (datiert 618) wurde wie die Kathedrale Surb Etschmiadzin im 17. Jh. restauriert. Dabei behielt sie aber weitgehend ihr ursprüngliches Aussehen.
Idschewan



Eine reizende, kleine Stadt zwischen grünen Berghängen. Der Bau der Eisenbahnlinie Tiflis - Jerewan (1830-1840) und des Busbahnhofs haben während der zaristischen Herrschaft zum wirtschaftlichen Aufschwung Idschewans geführt. Doch bekommt sie den Status einer Stadt erst in der sowjetischen Zeit. Ihre doppelte Funktion als industrielles Zentrum und als Ferienort konnte jedoch nicht mehr aufrecht gehalten werden, nachdem die sowjetische Staatsform zusammengebrochen war.

Von der ursprünglichen Geschäftigkeit ist nicht viel übrig geblieben. Weisswein wird nach wie vor hergestellt und man geht dem Holz- und Teppichhandel nach. Idschewan lohnt einen Besuch allein schon wegen des Revolutions-Museums und des Freilichtmuseums mit seinen herrlichen Skulpturen.
Karmir-Blur



Karmir-Blur, der Rote Hügel, (Teischebani - die Stadt des Teischeba, des urartäischen Wettergottes) ist eine alte Festung aus urartäischer Zeit. König Rusa II. liess sie im ersten Viertel des 7. Jh. v. Chr. errichten, um den Verlust vom einige Kilometer südwestlich gelegenen Erebuni wettzumachen. Diese Stadt wurde zur Hauptstadt der nördlichen Provinz von Urartu und diente als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum, von dem aus die Waren in die eigentliche Hauptstadt des Reiches, nach Tuschpa am Van-See, weitergeleitet wurden. Meder und Skythen plünderten und brannten sie um das Jahr 590 nieder. Doch ist sie trotz dieser Verheerungen bis auf den heutigen Tag dank der festgefügten Grundmauern gut erhalten.

Die Stadt selbst bedeckte eine Fläche von ca. 30 Hektar. Sie war um einen großen Hof angelegt worden, durch den man zum Hauptgebäude gelangte. Dieses beherbergte ca. 150 Räumlichkeiten: Kammern, Werkstätten, Warenlager, Getreidespeicher. Die erstaunliche Geräumigkeit der Lagerhallen, so wie auch Fülle und Vielfalt der vorgefundenen Nahrungsmittel (Getreide, Obst, Wein, Öl, Bier) zeugen vom Wohlstand des Araxes-Tales, das die Urartäer klug zu verwalten wussten.

Archäologische Ausgrabungen haben auf dem Gelände der Festung reiche Funde zu Tage gefördert: Keramikscherben, aus Bronze und Elfenbein gefertigte Statuen und Gegenstände, Waffen und Rüstungen aus Bronze und Eisen, so wie zahlreiche Verwaltungsdokumente.


Khndzoresk



Khndzoresk liegt in den Bergen von Sjunik, im südlichen Armenien. Die Hauptattraktion befindet sich einige Kilometer vom neuen Dorf entfernt: das „alte Khndzoresk“ ist ein Höhlendorf, das bis zur Mitte des 20. Jh. bewohnt wurde. Die Bauern hatten die natürlichen oder künstlich in den weichen vulkanischen Tuffstein gehauenen Höhlen zu ihrer Wohnstatt erkoren. Auf Anfrage wird eine Höhlenführung angeboten. Am Ende der Schlucht befindet sich die Kirche Surb Hripsime aus dem 17. Jh.
Das Kloster Chor Virap (4. - 18. Jh.)



Zum Greifen nahe scheint der Ararat! Majestätisch türmt er sich hinter dem Kloster Chor Virap auf. Allein: die unüberschreitbare türkische Grenze trennt das Kloster von seinem Berg! Ende des 3. Jh. wurde Gregor der Erleuchter hier in eine tiefe Grube (Chor Wirap) geworfen, d.h. in eine Art Verlies, das diesem Kloster, das sich unweit der alten Hauptstadt Artaschat (1.- 2. Jh. n. Chr.) befindet, schließlich den Namen gab.

Bald schon wurde diese Grube, in der der Heilige dreizehn Jahre darbte, zur Pilgerstätte. Über dem heiligen Ort wurde zunächst eine einfache Kapelle errichtet und später eine Klosteranlage. Im 13. Jh. war sie ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum. Das Kloster besaß ein Skriptorium, in dem man mehr als zehn Manuskripte fand, die heute im Handschriftenmuseum Matenadaran aufbewahrt werden.


Koti



Koti ist ein sehr altes Dorf im Norden Armeniens. Eine kleine Statue aus urartäischer Zeit wurde 1970 hier gefunden und ist heute im Ethnologischen Museum von Sardarapat ausgestellt. Unzählige Quellen sprudeln im Dickicht und klare Bäche murmeln am Wegesrand.

Dieser reizende Weiler inmitten der Wälder lädt zum Verweilen ein. Auch die Gastfreundschaft der Einheimischen wird man so schnell nicht wieder vergessen.

Lori Berd


Ltschaschen



Ltschaschen ist ein altes Dorf in der Sewansenke. Der Ort wurde schon in der vorurartäischen Zeit bewohnt. Archäologische Ausgrabungen haben Mausoleen, prähistorische Bauwerke, Festungsanlagen und unzählige andere Bautrümmer aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. zu Tage gefördert.

Auch Keilinschriften urartäischer Könige (von Menua und seinem Sohn Argischti I.) sind hier erhalten, die von ihren Feldzügen und Siegen erzählen. Alle Funde bestätigen, dass diese Gegend einen bemerkenswerten Aufschwung in Landwirtschaft, Viehzucht, Töpferhandwerk, Holzverarbeitung, Weinanbau, Goldschmiedekunst und Steinmetzarbeit gekannt hatte.

Zwei hier ausgegrabene Streitwagen und andere Funde sind heute im Historischen Museum in Jerewan zu sehen.
Dschermuk, das armenische „Leukerbad“



Die Stadt Dschermuk ist ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes Thermalbad. Zur Sowjetzeit befand sich hier ein in der gesamten USSR beliebter Kurort. Dschermuk hat etwa 7000 Einwohner und liegt auf etwa 2100 Meter über dem Meeresspiegel. Dieser Kurort befindet sich an den Quellen des Flusses Arpa, der dem Sewansee viel Wasser zuführt. Die Temperatur der Quellen beträgt zwischen 33° und 65°.

Das in Flaschen abgefüllte Wasser von DSCHERMUK ist eines der beliebtesten Mineralwasser Armeniens.

Das Matenadaran Museum



Im Matenadaran oder – wie das Gebäude auch noch genannt wird - im Maschtots Institut werden alte Handschriften erforscht. Eine der reichsten Handschriften- und Dokumentensammlungen der Welt befindet sich hier. Das Gebäude des Matenadaran wurde im Jahr 1957 vom Architekten Marc Grigoryan für die Aufbewahrung und Erforschung der Handschriften der Armenischen Kirche gebaut. Das Museum hat mehr als 17 000 Manuskripte und etwa 300 000 Archivdokumente.

Eine monumentale Treppe führt zu den von Ghukas Tschubarian geschaffenen Statuen von Mesrop Maschtots, dem Schöpfer des armenischen Alphabets, und seinem vor ihm knieenden Schüler Koryun. Über dem Eingang stehen die ersten auf Armenisch geschriebenen Worte – ein Satzbruchstück aus der Bibel:

« Ճանաչել զիմաստութիւն եւ զխրատ, իմանալ զբանս հանճարոյ »

„um zu lernen Weisheit und Zucht und zu verstehen verständige Rede“ (Spr 1,2)
Das Genozid-Denkmal oder "Tzitzernakaberd"



Hoch auf dem Gipfel des Tzitzernakaberd, der Schwalbenfestung, gegenüber dem Berg Ararat, hat man einen überragenden Blick auf die Hauptstadt und das Denkmal, das zum Gedenken der Opfer des Völkermords an den Armeniern 1915 errichtet wurde. Entworfen wurde das 1967 eröffnete Monument durch die Architekten Tarkhanian und Kalachian. Auf einem riesigen Platz, der mit Basaltplatten ausgelegt ist, stehen in einem Kreis zwölf leicht geneigte, massive Pylonen, deren Spitzen gleichsam abgesägt sind. Im Innern des Kreises lodert eine ewige Flamme. Dies ist das symbolische Grab der mehr als 1,5 Millionen armenischen Frauen, Kinder und Männer, die zwischen April 1915 und Winter 1915-16 aus dem Ostteil des Osmanischen Reiches vertrieben und ermordet wurden.

In der Nähe befindet sich ein 44 m hoher Obelisk, der die neue Lebenskraft des armenischen Volkes darstellt und die lange Klagemauer dominiert, auf der die Namen der betroffenen westarmenischen Dörfer und Städte mit „eisernen Buchstaben“ eingraviert sind.

Alljährlich am 24. April, dem Tag der Gedenkfeier des Völkermords, pilgern Hunderttausende aus der ganzen Welt zum Jerewaner Hügel Tzitzernakaberd und legen Blumen an der Gedenkstätte nieder.


Metsamor



Die befestigte Stadt Metsamor befindet sich mitten in der Araratebene zwischen Etschmiadsin und Armavir. Es handelt sich um eine der alten Siedlungsanlagen auf dem Armenischen Plateau. Die archäologischen Ausgrabungen, die 1965 begonnen wurden, haben verschiedene Siedlungsschichten zu Tage gefördert: die älteste stammt aus dem Neolithikum, dann folgen drei bronzezeitliche Schichten, zwei aus der Eisenzeit (vorurartäisch, urartäisch), eine aus der Antike und eine aus dem Mittelalter. Bereits in der frühen Bronzezeit (3.-2. Jahrtausend v. Chr.) war Metsamor eine Wiege der Zivilisation. Eines der ersten Zentren metallurgischer Weiterentwicklung befindet sich hier. Kult- und Alltagsgegenstände, die als Grabbeigaben fungierten, zeigen deutlich, dass es bereits in der Bronzezeit eine Hierarchisierung der Gesellschaft gab.

Die Münzen aus aller Herren Länder, die hier gefunden wurden, ein froschförmiger achatener Gewichtsstein, der einem Babylonier gehört hat (16. Jh. v. Chr.), oder ein Karneolsiegel aus Ägypten mit Hieroglypheninschrift (15. Jh. v. Chr.) beweisen, dass sich Metsamor einst am Kreuzungspunkt verschiedener wichtiger Handelswege befand.

Heute sind die fast 2200 Artefakte im Museum von Metsamor, in der Nähe der Ausgrabungsstätte, ausgestellt.

Das Historische Museum in Jerewan



Das Historische Museum befindet sich am Platz der Republik. Es besitzt etwa 160'000 Exponate, die während archäologischer Ausgrabungen zu Tage gefördert wurden. Diese Ausgrabungen wurden im ganzen Land ausgeführt und erinnern an mehr als 3000 Jahre Geschichte in diesen Landstrichen. Von der Ur- und Frühgeschichte über die urartäische Zeit zu Antike und Mittelalter können Sie Einblicke gewinnen in die vielfältigen einander ablösenden Zivilisationen auf armenischem Boden.
Sergej Paradschanow Museum



Da der in Georgien geborene Filmemacher armenischer Abstammung Paradschanow seine Werke Armenien vermacht hatte, wurde nach seinem Tod beschlossen, sein Haus aus Tiflis (Hauptstadt von Georgien) in Jerewan wieder aufzubauen. Die Exponate aus der Hinterlassenschaft des Filmemachers Paradschanow (1924-1990), die keinem Genre eindeutig zugeordnet werden können, enthüllen hier weitere Facetten des kreativen Genies: Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Montagen und auch phantastisch geschmückte Hüte.

Martiros Saryan Museum



Der Vater der modernen armenischen Malerei (1880-1972) wohnte noch in diesem Haus, als beschlossen wurde, ein Museum, in dem seine Werke ausgestellt werden konnten, an das Wohnhaus anzubauen (1967). Klein und adrett, präsentiert es seine herrlichen Zeichnungen, seine Gemälde und sein Atelier.

Sarjan, 1880 in Russland geboren, besuchte die Kunstakademie in Moskau. Nach ausgedehnten Reisen liess er sich in Armenien nieder, um sein Schaffen ganz seinem Land zu widmen. Mit seinen expressiven, farbintensiven Bildern gehört Sarjan zu den bedeutendsten Klassikern der Moderne.
Die "Khatchkars" von Noradus (9. - 20. Jh.)



Diese Ortschaft am Sewansee ist eines der ältesten Dörfer in der Region Gegharkunik. Man trifft hier auf zahlreiche Zeugnisse der Vergangenheit. Berühmt geworden ist das Dorf wegen seines Friedhofs mit zahlreichen fein ziselierten Khatschkars (Kreuzsteinen). Aus den 9.-16. Jh. sind es nicht weniger als 728, die neben den Gräbern aus den folgenden Jahrhunderten (17.-20. Jh.) einen beeindruckenden Raum der Vergänglichkeit und Ewigkeit aufspannen.

Der Friedhof bietet einen guten Überblick über die Kunst der Khatchkars. Einige seiner schönsten Kreuzsteine sind in Etschmiadzin ausgestellt.

Das Kloster Norawank (13. Jh.)



Das bewundernswerte Kloster Norawank (Neues Kloster) in der Provinz von Eghegnadzor liegt im Amaghu Tal gegenüber einer im Sonnenlicht rötlich gleißenden zackigen Felswand. Die Klosteranlage hat die Farben von Milch und Honig und gehört zu den schönsten Bauwerken der Region Vayots Dzor. Der von einer Mauer umgebene Klosterkomplex umfasst zwei Kirchen, einen Gavith (Vorhalle), eine Kapelle und viele Khatchkars (Steinkreuzen).


Odzaberd



Odzaberd, die Schlangenfestung, bekannt auch unter dem Namen Ischchanaberd, Festung der Fürsten, befindet sich in der Provinz Geghargunik, am südöstlichen Ufer des Sewansees. Die Anlage ließ der urartäische König Rusa I. (735-713 v. Chr.) bauen. In urartäischer Zeit, als der Wasserspiegel des Sewan beträchtlich höher war, soll sich die Siedlung auf einer Insel befunden haben, die später von Lavaströmen zerstört worden ist. Im Ruinenfeld sind noch Reste der Mauer und eines Tores sichtbar.

In die Felswand eingraviert findet sich eine Keilinschrift von König Rusa I. Ihr kann man entnehmen, dass die Festung dem dem Sturm- und Donnergott Teischeba geweiht worden war und dass Rusa I. 23 Völker unterworfen haben soll.

Odzaberd gilt als die besterhaltene urartäische Festung in der Sewansenke und ist heute eine wichtige archäologische Ausgrabungsstätte.


Die Kirche von Odzun (8. Jh.)



Die Kirche ließ der Katholikos Yovhannes von Odzun (717-728) im Norden Armeniens in seinem Heimatdorf errichten. Odzun ist eines der größten und reichsten Dörfer Armeniens. Die Kirche nimmt wegen ihres außergewöhnlichen Umrisses und dem Reichtum und der Pracht ihrer Bauformen einen besonderen Platz unter den armenischen Kuppelbasiliken ein.

Sie besitzt auf der Nord- und Südseite bogenförmige Kreuzgänge, während sich im Westen eine blinde Mauer befindet, die in der Mitte von einem bogenförmigen Eingang durchbrochen ist.
Schikahogh - Naturschutzgebiet



Schikahogh - Naturschutzgebiet
Spitakavor Kirche



Spitakavor Kirche
Siegespark "Haghtanak" & Kaskade



Hoch über Jerewan gelegen eröffnet sich den Besuchern des Parks von der Aussichtsterrasse aus ein herrlicher Blick auf die Hauptstadt und natürlich auch auf die zwei Gipfel des Ararat. Umgangssprachlich wird der Park „Monument“ genannt. An Feiertagen trifft man sich dort mit der Familie, um durch den das ganze Jahr über offenen Vergnügungspark mit seinen etwas nostalgischen, noch aus der Sowjetzeit stammenden Karussellen, Riesenrädern und Schießbuden zu flanieren und Zuckerwatte zu naschen. Eine Miniaturnachahmung des Sewansees, von Terrassen umgeben, lädt zu einer Schifffahrt ein.

Unmittelbar daneben steht Mutter Armenien – eine monumentale Statue, die heute jene von weiland Stalin ersetzt.

Dem Park gegenüber und damit direkt über dem Museum für zeitgenössische Kunst Cafesjian steht der „Römische Gladiator“ – eine jener unverkennbaren, dicken, schwarzen Bronzeskulpturen des Kolumbianers Fernando Botero. Dieser Platz überragt die gigantische weiße Stein-„Kaskade“, über die man auch zu Fuss vom Stadtzentrum direkt in den Vergnügungspark gelangen kann. Diese Freitreppe, die in den 1980er-Jahren erbaut wurde und im Inneren mit Rolltreppen ausgestattet ist, verbindet das Zentrum mit den höher gelegenen Stadtteilen. Am Fusse des steinernen Wasserfalls empfängt die Katze - eine weitere Skulptur von Botero - die Spaziergänger.
Parz Litch (Der klare See)



In der Nähe der Stadt Dilidschan glitzern die Wasser eines kleinen Sees inmitten tiefgrüner Berghänge. Er ist 400m lang, 50m breit und nur 5m tief.

Die Ufer des Sees laden zum Spaziergang ein. Angler sitzen am Ufer oder in leise schwankenden Booten. Die Stille ist dicht – wer Erholung sucht, wer entspannen will, der komme getrost zum kleinen klaren See . . .
Platz der Republik, Jerewan



So wie der Architekt Tamanian es vorgesehen hatte, wurde der Platz der Republik (Hraparak – einfach „Platz“ genannt) zum administrativen Zentrum Jerewans. Um den grossen ovalen Platz herum sind verschiedene Gebäude angeordnet: das Aussenministerium, das Postgebäude, das nationale Geschichtsmuseum, die Nationalgalerie und das Hotel Armenia (heute Marriott). Sie alle wurden nach dem Vorbild des Regierungspalastes mit seiner großen, weißen Turmuhr errichtet und erwecken als architektonisches Ensemble den Eindruck großer stilistischer Geschlossenheit.

Hervorzuheben sind die Arkaden, die Skulpturen und die Verwendung von verschiedenfarbigem Tuffstein (rosa, cremefarben und ockergelb).

Vor dem Nationalmuseum befinden sich die „singenden Fontänen“. Dieses großzügig angelegte Wasserbassin dient im Sommer den Kindern als öffentliches Planschbecken. Vor allem an Sommerabenden, wenn die Fontänen in bunte Lichter getaucht werden und Walzer von Johann Strauss oder Chansons von Aznavour durch Lautsprechanlagen ertönen, ist der Platz ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Am 21. September (Tag der Unabhängigkeit) finden hier die nationalen Paraden sowie zahlreiche andere Festlichkeiten statt.
Karahundsch – Das armenische "Stonehenge" (5000 - 5500 v. Chr.)



Unweit von Sisian, auf der rauen Hochebene, befindet sich auf einer Gesamtfläche von 7 Hektar die Megalithanlage Karahundsch. Sie soll nach Meinung einiger enthusiastischer Archäoastronomen eines der ältesten Observatorien der Welt sein. Die in einer Linie stehenden, an ihren Spitzen mit runden Löchern versehenen Steine und die Felsbemalung sollen Beweis für die astrologischen Kenntnisse der Ureinwohner des Landes sein. Dieses Observatorium ist, so wird geschätzt, 3500 Jahre älter als das englische «Stonehenge» und 3000 Jahre älter als die Pyramiden in Ägypten.

Viel nüchterner als die Überzeugung der Anhänger einer megalithischen Astronomie und damit weit weniger spektakulär ist die Hypothese der Archäologen vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Universität München: da in dieser Gegend mächtige Steingräber gefunden wurden, handle es sich bei diesem Ensemble aufgerichteter Steinen um eine Nekropole der Mittleren Bronze- und Eisenzeit.

Qari Litsch (See der Steine)



Der höchste Gipfel Armeniens befindet sich auf dem Berg Aragats (4095m). Die Kuppel des Aragats wird von vier Gipfeln gekrönt, die sich in einem Kranz rund um den Krater erheben.

Eine herrliche Aussicht eröffnet sich vom Gipfel des Aragatz: auf der einen Seite grüne Gebirgsmatten, auf der anderen ewiger Schnee und ein silberner See, und blickt man geradeaus – der biblische Ararat.

Das beste Plätzchen für eine kleine Rast ist das Ufer des Steinsees (Qari Litsch). Er befindet sich auf einer Höhe von 3250m. Dieser Ort ist für die Einheimischen eher ein Ziel für Spaziergänge als ein alpinistisches Zentrum.

Das Kloster Kobayr (12.-13. Jh.)



Das aus dem 12.-13. Jh. stammende Kloster Kobayr ist eine armenisch-georgische Anlage, wie dies bereits ihr Name, ein explikatives Kompositum, bezeugt: kob auf Georgisch und ayr auf Armenisch bedeuten beide „Höhle“. Das Kloster befindet sich in der Provinz Lori am Hang über dem Dorf Kober. Man erreicht es zu Fuss auf einem steilen, engen Pfad in etwa 15 Minuten. Sein Bau begann 1171 auf Anordnung von Angehörigen des jüngeren Zweiges der Bagratiden, deren Herrschaft Lori unterstand.

Das Kloster kam später in den Besitz der Familie Zakarian, die der georgisch orthodoxen Kirche anhing. Die Wandmalereien stammen aus dieser Zeit und sind auf den Einfluss des chalzedonischen Bekenntnisses zurückzuführen. Der Prinz Schahenschah Zakarian ist hier begraben. 1279 wird in der Mitte der Anlage ein Glockenturm errichtet, in dem sich die Gräber von Mkhargryel Zakarian und seiner Ehefrau Vaneni befinden. Die Hauptkirche selbst enthält Christusfresken, Fresken der Apostel, der Kirchenväter und anderer Heiliger und Märtyrer.

Das Kloster Saghmosawank (10. – 13. Jh.)



Saghmosawank (Psalmenkloster) gehört zu den zahlreichen Klöstern, die der unermüdlichen Bautätigkeit der Fürstenfamilie Vatschutian zu verdanken sind. Das Kloster ist berühmt, weil hier sehr wichtige Manuskripte geschrieben und aufbewahrt wurden. Der Klosterkomplex besteht aus zwei Kirchen, einem Jamatun (eine Art Gavit, Vorhalle, die aber nicht direkt ans Kirchengebäude angeschlossen ist) und einer Bibliothek.

Das Ensemble liegt in der Schlucht des Flusses Kasagh, an seinem rechten Ufer und ist etwa sieben oder acht Kilometer von der Stadt Aschtarak entfernt. Die schöne Silhouette des Klosters sieht man schon von weitem. Vom Kloster Saghmosawank eröffnet sich eine atemberaubende Aussicht auf den Doppelkegel des Ararat und die fruchtbare Araxesebene.
Das Kloster Sanahin (10. Jh.)



Sanahin ist ein komplexes Kloster von grossem architektonischem Interesse inmitten einer wunderschönen natürlichen Umgebung. Es liegt über dem gleichnamigen Dorf am bewaldeten Abhang des Berges Tschantinler im Tal des Baches Debet.

Das Kloster erlebte seine erste Blütezeit um 979. Zu dieser Zeit wurde das Königreich von Taschir-Tzoraget gegründet und Sanahin zum Bischofsitz erhoben. Sanahin wird in den mittelalterlichen Manuskripten ab Anfang des 10. Jh. erwähnt.

Berichten zufolge, die vom Chronisten Stephan von Taron stammen, gab es im 11. Jh. 500 Mönche, die in den Klöstern von Sanahin und Haghbat lebten und arbeiteten. Gegen Ende des 10. Jh. war Sanahin schon das wichtigste geistige Zentrum des ganzen Königreichs von Taschir-Tzoraget und dazu auch eines der berühmtesten von ganz Armenien. In der Akademie des Klosters, die mit dem Namen Grigor Magistros Pahlavuni verbunden ist, lehrte man die im Mittelalter üblichen septem artem liberales, die „sieben freien Künste“, aber auch Medizin, Malerei, und insbesondere die Kunst der Miniaturmalerei. Die Mönche von Sanahin waren so angesehen, dass sie häufig die Botschafter als Berater ins Ausland begleiteten.
Sanahin Brücke (12. Jh.) in Alaverdi


Das Monument Sardarapat und das Ethnologische Museum



10 km von der Stadt Armawir entfernt befindet sich der architektonische Komplex von Sardarapat. Er wurde 1968 zum Andenken an den Sieg der Armenier gegen die Türken im Jahre 1918 gebaut. Damals ist die türkische Armee in das Tal des Ararats eingedrungen. Sie hatten das Dorf Sardarapat besetzt und näherten sich bereits Jerewan. Am 22. Mai 1918 lieferten sich die zwei Armeen eine Schlacht, aus der die Armenier als Sieger hervorgingen.

Für die Gedenkfeier zum 50. Jahrestag der Schlacht wurde dieser architektonische Komplex 1968 errichtet. Die einzelnen aus rotem Tuffstein bestehenden Bauelemente zeugen von großer stilistischer Geschlossenheit. Der schöne Glockenturm, der auf zwei Seiten von geflügelten Stieren flankiert wird, ist ein besonders originelles skulpturales Ensemble. Der Glockenturm wurde an der Stelle errichtet, wo die Kämpfer gefallen sind, während die heiligen Stiere die Überlebenden der Garde von Sardarapat symbolisieren.

Das ethnologische Museum befindet sich ganz in der Nähe des Monuments. Es beherbergt zahlreiche Gegenstände aus verschiedenen geschichtlichen Epochen Armeniens.
Die Karawanserei von Selim (14. Jh.)



Kamele und Maultiere müssen hier wahrlich auf ihre Kosten gekommen sein! – denkt man wohl vor der gedrungenen, doch weitläufigen Karawanserei, deren Ruinen am Selim Pass stehen. Sie erinnert daran, dass hier im Mittelalter eine wichtige Handelsstrasse vorbeiführte, welche Süd und Nord, die arabisch-persische Welt mit den Ländern des Kaukasus verband.

Eine persische Inschrift an der Aussenseite wie auch eine unauffälligere armenische auf der Innenseite des Eingangstympanons geben Auskunft über den Bauherrn, den Prinzen Tschesar Orbelian, und das Erbauungsjahr 1332. Dies ist ein Hinweis auf die unterschiedliche Nationalität der Benutzer, aber auch auf die Achtsamkeit der Besitzer. Bei dieser Anlage handelt es sich um einen langen, gewölbten Saal, der durch ein kleines Gebäude verlängert wird. Über dem Tor dieses Vorbaus befindet sich ein kegelförmiges Tympanon, das mit Stalaktiten und Inschriften seldschukischer Herkunft verziert ist. Auf beiden Seiten des Portals, über den seitlichen Konsolen, bewachen ein Stier und eine Chimäre, aus grauem und orangenem Vulkangestein gehauene Hochreliefs, den Eingang der Karawanserei.

Im Gebäude selbst dürften nur Menschen untergebracht worden sein, während man die Tiere draussen anpflockte.

Der Sewansee oder Meer Sewana



Ein See, den die Einheimischen «Meer» nennen… Das kleine Binnenmeer mit seinen grünen Bergen ist die "Perle Armeniens". Es ist drei Mal so breit wie der Genfer See! Sein türkisfarbenes Wasser lockt im Sommer Tausende von Armeniern zum Baden und Sonnenbad an die Schwarz- oder Weisssandstrände.

Kein Reisender sollte Armenien verlassen, ohne die Magie des Sewansees gesehen zu haben, ein Süsswasser-Reservoir, der von dreißig Flüssen aus den umliegenden Bergen gespeist wird, und dessen Oberfläche 1200 km² beträgt. Der Sewansee liegt auf 1918 m ü.d.M. mit Blick auf die Araratebene. Er ist einer der grössten Bergseen der Welt.
Das Kloster Sewanawank (9. Jh.)



Eine erste Klosteranlage aus der Zeit Gregors des Erleuchters wurde bei der arabischen Invasion zerstört. Die Bauwerke des heute noch stehenden Klosterkomplexes auf der ehemaligen Insel (heute eine Halbinsel) am Nordwestufer des Sewansees wurden in der postarabischen Renaissance errichtet (871-874). Der Bau des Klosterkomplexes wurde von der Fürstin Mariam Bagratuni, der Tochter des armenischen Bagratidenkönigs Aschot I. des Grossen, gefördert.

Von der einstigen Pracht sind nur noch zwei einander sehr ähnliche Kirchen übriggeblieben: die Apostlekirche und die Muttergotteskirche. Der Rest wurde im Jahr 1930 von den Sowjets zerstört.

Beide Kirchen sind Drei-Konchen-Anlagen: die drei Konchen, also halbrunde gleich große Apsiden an den Seiten eines (einbeschriebenen) Quadrates oder Rechtecks werden so zueinander gesetzt, dass sich im Grundriss die Form eines Kleeblattes ergibt, weshalb diese Lösung auch „Kleeblattchor“ genannt wird (Einer der berühmtesten Trikonchos ist der justinianische Umbau der Geburtskirche in Bethlehem gegen Ende des 5. Jahrhunderts).
Stepanakert, die Hauptstadt Artsachs



Stepanakert ist die Hauptstadt der Republik Bergkarabach (Artsach).

In den Jahren 1840, nach der Errichtung eines russischen Militärstützpunktes im armenischen Dorf Vararakn, kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung der heutigen Stadt.

Stepanakert liegt in einer kleinen Ebene im östlichen Teil der Gebirgskette von Artsach am malerischen Ufer des Flusses Karkar. Die von Wäldern umgebene Stadt ist ein Labyrinth aus verwinkelten Gässchen, die von Bäumen und kleinen Parks gesäumt werden.

Hl. Nschan (13. Jh), Odzun


Thalin und seine Kirchen



In der vorarabischen Epoche war Thalin das Zentrum des Herrschaftsbereichs der Fürsten Kamsarakan. Diesen ist sicher auch die Kathedrale und die Muttergotteskirche zu verdanken: beide wurden im 7. Jh. erbaut. Das Städtchen war im 10. Jh. ein bedeutender Marktflecken, doch verfällt sie in den folgenden Jahrhunderten immer mehr.

Die arabischen Angriffe („Massaker von Thalin“ im 8. Jh.), die Zerstörungen durch die Seldschuken (1161-1162), das Massaker durch den osmanischen Sultan Selim II. (1514), das Erdbeben von 1840 und die Verwüstungen der sowjetischen Verstädterung, zerstörten die Stadt vollends.
Das Kloster Tatew



Dieser Klosterkomplex in der Provinz Sjunik (Zangezur) nimmt einen besonderen Platz unter den armenischen Klöstern des Mittelalters ein. Es wurde im 8. Jh. Bischofssitz und blieb über ein Jahrtausend das geistliche Zentrum von Sjunik. Hier wurden zahlreiche Manuskripte der fürstlichen Familien aufbewahrt. Hohe kirchliche Persönlichkeiten des armenischen Mittelalters haben in diesem Kloster gelebt, gelehrt und gearbeitet.

Das Kloster Tatew ist wie eine uneinnehmbare Trutzburg auf der äußersten Spitze eines Felsvorsprungs über der Schlucht des Vorotan-Flusses errichtet. Im Norden und Westen schirmen mächtige Mauern das Kloster ab.

Das Klostergebäude besteht aus drei Kirchen, einem Speisesaal, einer Bibliothek, einer Grabstätte, einem Vorratsraum und Wohnungen. Im Hof steht der 6 m hohe Gawasan ("Katholikosstab"), eine dank einer Kugellagerkonstruktion bewegliche, achteckige Säule. Das älteste und grösste Bauwerk ist die Peter-und-Paul-Kirche aus dem 9. Jh.
Tigranakert



Laut griechischer und römischer Textzeugnisse soll Tigran II. der Große (95-55 v. Chr.) vier Städte gegründet haben, die seinen Namen trugen. Die eine von ihnen befindet sich in Artsach (Bergkarabach). Tigranakert wird das erste Mal im 7. Jh. von zwei armenischen Geschichtsschreibern erwähnt: sie berichten, dass sich die Stadt an den Ufern des Khatschenaget, eines der wichtigsten Flüsse des Artsach befunden haben soll, am Kreuzungspunkt der Gebirgskette und der Steppe. Auch lag sie an einer verkehrsreichen Handelsstraße, die Armenien mit Georgien verband.

Tigranakert wurde 2005 wieder entdeckt und die Ausgrabungen begannen 2006: Archäologen legten die Zitadelle frei, den Hauptplatz der Stadt und die Basilika. Die Bauanlagen und Artefakte legen nahe, dass Tigranakert seit dem 1. Jh. v. Chr. bis ins 14. Jh. n.u.Z. besiedelt war. Die Stadt muss nach einem wohlüberlegten Plan erbaut worden sein und soll ein architektonisches Meisterwerk dargestellt haben.

2010 ist ein Museum in der Nähe der Ausgrabungsstätte eröffnet worden, in dem die Artefakte der letzten fünf Jahre ausgestellt werden.

Tormak Kirche (6. Jh.)


Tsachkadsor und das Kloster Ketscharis (11. - 13. Jh.)



Im 14. Jh. war die Siedlung noch ein unbedeutender Weiler. Erst 1984 wurde das Dorf zu einer Stadt erklärt. Heute werden hier Spitzensportler ausgebildet. Fast alle olympischen Disziplinen sind vertreten. Außerdem ist Tsachkadsor einer der berühmtesten Ferienorte des Landes. Als wichtigste Sportplätze Armeniens breiten sich die „grosse und die kleine Lichtung“ über 65 ha im Süd-Westen der Ortschaft auf 2000m ü.d.M. aus.

Die schöne Stadt Tsachkadsor (zu Deutsch: Blumenfels) befindet sich nur 50 km von Jerewan entfernt, also etwa 40 Minuten mit dem Auto. Tsakhkadzor liegt am südlichsten Hang des Berges Teghenis, auf einer Höhe von 2820m ü.d.M.

Verbringen Sie Ihre Winterferien an diesem schönen Ort! Lassen Sie sich von der wunderschönen Landschaft inmitten von Bergen und Wäldern bezaubern. Die meisten Skipisten eignen sich sowohl für Anfänger wie auch für Profis. Der Monat mit dem meisten Schnee und dem schönsten Wetter ist der Februar.

Lassen Sie sich auch in gastfreundlichen Restaurants verwöhnen und kosten Sie verschiedene traditionelle und nationale Gerichte. Für die Freizeit und Erholung gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten wie zum Beispiel Schwimmbäder, Saunas, Billiard, Tischtennis, Bowling, Kinos, Discos etc.

An diesem malerischen Ort befinden sich die wunderschönen Kirchen des Klosterkomplexes Ketscharis, die zwischen dem 11. und 13. Jh. erbaut wurden. Ketscharis gehört zu der kleinen Gruppe von Klosteranlagen, bei denen sich die Chorhäupter der verschiedenen Kirchen auf einer Linie befinden.
Der Markt Vernissage in Jerewan



Dieser Markt beginnt auf der Strasse Alaverdian und endet bei der Statue von Vardan Mamikonian.

Der ganze Strassenzug wird am Wochenende (Samstag–Sonntag 9:00–18:00 Uhr) von einem grossen Kunst- und Handwerksmarkt eingenommen. Da findet man Teppiche, zeitgenössische kunsthandwerkliche Objekte, Schmuck, Musikinstrumente und vieles mehr.

Ughtasar



Der Berg Ughtasar befindet sich in der Provinz Sjunik auf 3000-3300 m ü.d.M. Da er einem Kamelhöcker gleicht, bekam er den Namen „Kamelberg“. Auf dem Gebirgssattel breitet sich neben einem tiefblauen Karstsee ein Trümmerfeld großer flacher Steine aus, die mit unzähligen rätselhaften Felszeichnungen versehen sind. Schätzungsweise sind diese 1968 entdeckten Petroglyphen zwischen 4000 bis 7000 Jahre alt. Da Ziegen ein häufig wiederkehrendes Motiv der Zeichnungen sind, hat man diese kurzerhand itsagir, d.h. «Ziegenschrift» genannt.

Die Kathedrale von Zvartnots (7. Jh.)



Die faszinierenden Ruinen dieses vom Katholikos Nerses III. in Auftrag gegebenen Komplexes, der bei einem Erbeben im 10. Jh. eingestürzt ist, sind zurzeit Gegenstand einer teilweisen Rekonstruktion. Das Ensemble umfasst die Trümmer einer Kathedrale, eines Palastes mit zwei Festsälen und einem Thronsaal, die Residenz des Katholikos und verschiedene weitere Räumlichkeiten. Das Ganze ist von einer Mauer umgeben.

Die Kathedrale von Zvartnots war den zvartunk (Engeln, die Gregor dem Erleuchter im Traum erschienen) und Gregor geweiht. Seine Gebeine sollen hier bestattet worden sein. Dieses Bauwerk war im ganzen Land und sogar über die Landesgrenzen hinaus für die Schönheit und Kühnheit seiner Architektur berühmt. Der byzantinische Kaiser Konstantin II, der bei der feierlichen Einweihung anwesend war, verkündete, ein ähnliches Gebäude in Konstantinopel erbauen zu wollen.

Von der UNESCO wurde die Zvartnots-Ruine in das Weltkulturerbe aufgenommen.

Der berühmteste Rekonstruktionsentwurf der Kathedrale stammt vom Architekten Toros Toramanian, der sich dabei aber wahrscheinlich von der Darstellung der dreistöckigen Arche Noahs auf einem Relief in der Sainte-Chapelle in Paris hat inspirieren lassen.
 
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